Geplante 380KV Hochspannungsleitung durchs ArtlandIch möchte hier einmal die geplante 380KV- Hochspannungsleitung, die von der Nordsee bis nach Osnabrück verlegt werden soll, und dabei auch die Gemeinde Badbergen durchkreuzt, zur Diskussion stellen.
Wer es noch nicht weiß: Die Betreiber der geplanten Offshore- Windenergieanlagen in der Nordsee müssen ihren Strom ja irgendwie von Nord nach Süd transportieren. Und da es sich bei den geplanten Energieanlagen um Stromerzeuger gigantischen Ausmaßes und Stromkapazitäten handelt, müssen auch entsprechende Transportmöglichkeiten dafür geschaffen werden. Die vorhandenen 110KV- Leitungen reichen hierfür bei weitem nicht aus. Für die bis nach Osnabrück geplante Trasse ist eine 380KV- Trasse geplant. Das bedeutet: 60 bis 70 Meter hohe Strommasten mit einer Spannweite der Ausleger von 34 Metern! (Abstand der beiden äußersten Leitungen). Dagegen wirken die derzeit vorhandenen Überlandleitungen geradezu wie Spielzeug.
Es kann nicht daran gezweifelt werden, dass die Leitung errichtet werden muss. Ich denke, dass sich da jede Diskussion erübrigt. Schließlich schrieen wir doch alle nach sauberer Energie, demonstrierten gegen Atomkraftwerke, und schimpften auf Luft verschmutzende Kohlekraftwerke. Nun ist die Planung für eine saubere, umwelt- und recourssenschonende Energiegewinnung auf dem Tisch und muss nur noch umgesetzt werden. Aber schon regen sich erneut die Gemüter. Jetzt ist es die erforderliche Strom führende Leitung, die den Strom ja nun irgendwie zum Bestimmungsort befördern muss. Zugegeben, die hierfür erforderlichen Masten mit seinen riesigen Auslegern sind gigantisch und zerstören jedes Landschaftsbild. Man muss sich das einmal vorstellen: Türme, so hoch wie die Lambertikirche in Oldenburg. Da wird man schon nachdenklich.
Die bereits in der Öffentlichkeit diskutierte Möglichkeit, die Stromleitung unterirdisch zu verlegen scheint utopisch. Der Grund: Bei einer 380KV- Leitung ist die erforderliche Stromtrasse so breit wie eine Landstrasse. Die einzelnen Kabel müssen bei so hohen Spannungen und Stromstärken weit voneinander verlegt werden, damit es zu keinen Überschlägen, wie bei Zündkerzen im Auto kommt (dies ist nicht ganz fachmännisch erklärt, aber vielleicht auch für Laien verständlich). Wegen der Abwärme der Leitungen muss ein Bodenaustausch im Bereich der ganzen Trasse vorgenommen werden. Das Pflügen oberhalb solch einer unterirdischen Stromtrasse (wie gesagt, Landstrassenbreite) ist tabu. Da freut sich natürlich jeder Landwirt!
Mit anderen Worten: Eine Erdverlegung ist zwar theoretisch möglich, macht aber den Strom zu teuer und somit für die Strom erzeugenden Unternehmen unwirtschaftlich, da nicht verkäuflich.
So, dass ist die eine Seite. Die andere Seite ist die geradezu sträfliche Informationspolitik die hier bisher betrieben wurde. Da müssen sich Windkraftanlagenbetreiber- bzw. Planer sowie die zuständigen Politiker auf allen Ebenen herbe Kritik gefallen lassen: Wie können derartige Offshore-Anlagen geplant werden (es gibt nichts Größeres weltweit) ohne frühzeitig an die Stromabnahme bzw. Trassenplanung für die erforderlichen Überlandleitungen zu denken? Machen wir uns nichts vor, da wurde sehr wohl daran gedacht! Die Frage der Stromwegführung ist eine der Wichtigsten bei den Überlegungen zu einem Kraftwerksbau überhaupt. In diesem Fall ist das mit Sicherheit seit mehreren Jahren bekannte Problem nur zurück gehalten worden, um in Ruhe die Pläne für die Offshoreanlagen in der Nordsee planen und Verträge unter Dach und Fach bringen zu können. Eine in früher Planungsphase informierte Bevölkerung hätte da mit entsprechenden Vetos nur Unruhe, Verzögerungen und vielleicht noch Schlimmeres verursacht.
Mein Ansinnen zielt nicht darauf ab, nach dem St. Florian Prinzip zu überlegen, ob eine andere Trassenführung sinnvoll ist. Nur hätten die Bürger, und vor allen Dingen Familien, die entlang der geplanten Trasse gebaut haben, rechtzeitiger informiert werden müssen. Betroffen sind wir allerdings mehr oder weniger alle. Die Türme werden zu den Wahrzeichen unseres Dorfes werden und dürften von jedem Punkt im Dorf aus zu sehen sein.
Übrigens: In Schweden ist eine Wohnbebauung so nahe an einer Hochspannungsleitung wegen der noch nicht eindeutig abgeklärten möglichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus nicht statthaft. Aber das ist ein anderes Thema. 
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